Ich bin generell ein Fan von "weniger ist mehr". Genau das Schema trifft voll und ganz auf die neapolitanische Pizzasauce zu, denn diese besteht aus zwei Zutaten: Salz und passierten Tomaten.

Gerade bei so wenigen Zutaten sollte man auf die Qualität der Produkte achten. In diesem Fall geht es konkret um die Tomatensauce (Salz ist Salz und nein, Himalayasalz ist nicht gesünder als normales Salz). Damit hier keine Fehler "passieren", zeige ich euch, worauf man achten kann.

TLDR;

  • Dreistellige Nummer (Erntetag im Jahr) sollte zwischen 190 und 250 liegen

  • Inhaltsstoffe sollten nur Tomaten, Tomatensaft und ggf. Salz sein

  • Herkunftsland überprüfen (D.O.P.)

Warum überhaupt in Dosen kaufen?

Selbstverständlich sind frische Tomaten die beste Wahl. Dafür würde ich aber ebenfalls auf das Herkunftsland und den damit verbundenen CO2 Fußabdruck achten.

Hat man also gute und frische Tomaten gefunden, reicht es, diese zu schälen und zu passieren/pürieren. Besser geht es nicht.

Da ich aber in Österreich lebe, bin ich je nach Jahreszeit auf Importware angewiesen und habe dadurch leider nicht immer Zugriff auf frische und vor allem geschmacklich gute Tomaten.

Dosentomaten haben eine erstaunlich gute Qualität: Diese werden reif geerntet und sofort abgefüllt und bewahren dadurch ihre Frische. Wie weiß man nun, ob die Tomaten wirklich reif geerntet wurden?

Drei Produkte im Vergleich: Diskonter, italienische Tomaten und San Marzano Tomaten

Tomaten in richtigen Dosen 🥫

Bei meinen exzessiven Pizzarecherchen bin ich irgendwann bei der Wahl der richtigen Tomaten(sauce) angelangt. Bisher habe ich immer irgendeine Dose vom Diskonter genommen und war mit dem Geschmack meiner Sauce immer sehr unzufrieden. Diese habe ich dann mit unzähligen Zutaten aufgepeppt, damit diese "frisch" schmeckt.

Ich habe mich ehrlich gesagt immer gewundert, wie es Pizzerien schaffen, einen so guten Geschmack in eine total simple Sauce (keine Gewürze erkennbar) zu bekommen.

Wie so oft liegt es an der Qualität des Produkts, die sich leider auch auf den Preis auswirkt. Eine Dose mit guten Tomaten kostet ca. 2€ und mehr.

Zwei wichtige Faktoren könnt ihr beim Kauf selber überprüfen.

Schälverfahren

Das Schälverfahren wirkt sich stark auf die Qualität des Produkts aus. Dieses ist über die Inhaltsstoffe erkennbar.

Chemische Schälung

Günstige Produkte setzen oft auf eine chemische Schälung.

Dazu werden Tomaten in Lauge eingelegt, wodurch sich die Haut ablöst. Zum Neutralisieren werden die Tomaten im Anschluss mit Zitronensäure behandelt. Dieses Verfahren kann man an den Zutaten erkennen: Diese enthalten "Zitronensäure/Citronensäure".

Leider wirkt sich das Verfahren auch auf den Geschmack des Produkts aus, dafür sind sie sehr billig.

Chemische Schälung am Inhaltsstoff "Zitronensäure" erkennbar

Schonende Schälung

Bei diesen Schälverfahren wird auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet. Diese Produkte enthalten lediglich Tomaten, Tomatensaft und ggf. Salz.

Hier ist ein Bild von einem Produkt, welches auf diese Art geschält wurde:

Dieses Produkt enthält keine Zitronensäure und enthält nur Tomaten und Tomatensaft

Und hier eine Abbildung einer Dose San Marzano Tomaten. Dieses Produkt kostet leider auch pro Dose 2,99€. Der Geschmack ist frisch, aromatisch und sehr fruchtig und zählt somit zu meinen Favoriten.

Dieses Produkt ist eines der Höherpreisigen und enthält frisch geerntete San Marzano Tomaten

Erntetag überprüfen

Auf den Dosen ist immer eine dreistellige Nummer zu finden, welche den Erntetag im Jahr angibt.

Um möglichst reife und somit möglichst aromatische Tomaten zu bekommen, sollte diese Zahl zwischen 190 und 250 liegen. Das entspricht dem Zeitraum von Anfang Juli bis September.

Ernteregion (L.E.) gefolgt von der Nummer 234
Erntetag 243
Erntetag 249

Herkunft überprüfen

Selbstverständlich sollte man auch auf die Herkunft der Tomaten achten. In meinem Fall möchte ich, dass die Tomaten aus Italien kommen.

Der Schriftzug "100% italienische Tomaten" wäre ein Hinweis für italienische Tomaten, wobei ich dem nicht immer vertraue.

Alternativ findet man bei einem italienischen Produkt meistens die Angabe der Ernteregion vor dem Erntetag:

Ernsteregion (L.E.) gefolgt von der Nummer 234

Eine detaillierte Liste der Erntegregionen und der Abkürzungen findet ihr hier: Liste der Provinzen inklusive Abkürzungen in Italien.

Ein weiteres Indiz ist die Abkürzung "D.O.P." ("Denominazione di Origine Protetta"). Mehr dazu hier:

DOP bedeutet Denominazione di origine protetta und entspricht der deutschen geschützten Ursprungsbezeichnung. Damit werden in der Europäischen Union Agrarerzeugnisse und andere Lebensmittel versehen, deren Herstellung nach einem bestimmten, auf eine geografische Region beschränkten, Verfahren erfolgt.

Fazit

Irgendwie ist es doch immer so: Anfangs scheint ein Thema sehr einfach zu sein, aber im Detail entpuppt es sich dann doch als komplexer als gedacht (Fun Fact: in meinem Job ist das immer so 😅).

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar nützliche Tipps zur Hand geben, damit ihr die richtigen Tomaten für euere köstliche Pizza finden könnt. 🍕